Eagle Eye – Brian Tyler

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Brian Tyler hat in Hollywood bislang zwar noch nicht den ganz großen Durchbruch geschafft, ist aber dennoch alles andere als ein unterbeschäftigter Komponist. In der Vertonung von trendigen Actionreißern und Psychothrillern hat er sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht und wird deshalb so gerne wie häufig engagiert – zuletzt beim vierten Rambo-Teil mit Sly Stallone. Nun hat er für den Actionthriller Eagle Eye – Außer Kontrolle die Musik geschrieben. In dem Film von D.J. Caruso geht es um einen Mann und eine Frau, die von einem mysteriösen Anrufer erpresst werden. Sie sollen zusammen einen terroristischen Anschlag begehen. Tyler hat dazu einen energetischen Action-Score komponiert, bei dem er Klangsynthetik nach zuletzt techno-lastigen Arbeiten wie War und The Fast and the Furious nur dezent als rhythmisches Fundament einsetzt.

Eine beeindruckende Action-Musik ist Eagle Eye deshalb aber noch lange nicht geworden. Viel zu routiniert und ohne große thematisch-motivische Höhepunkte schleppt sich der Amerikaner durch eine so kühle wie maskuline Vertonung, die allein gegenwärtige Genrestandards bedient und sich dabei an einschlägigen Vorbildern von Hans Zimmer bis hin zu John Powell orientiert. Wie so oft bei Tyler ist es der lärmende und nur selten nachlassende Bombast, der jede Subtilität und Entwicklung im Keim ersticken lässt. Dabei ist die Musik ansonsten eigentlich ganz ordentlich geraten: Sie besticht mit einem einfachen, aber markanten Hauptthema und mit den im Zusammenspiel von Schlagwerk, Blech und Streichern vielleicht nicht sonderlich originellen, aber dennoch sauber gearbeiteten Actionstücken. Sie treiben die Handlung unermüdlich voran, strapazieren aber durch ihre nervöse Hektik und die frenetischen Tempi ein ums andere Mal die Geduld des Hörers.

Und das über viel zu lange 77 Minuten. Die Zeiten, in denen Filmmusiken, auf das Wesentliche komprimiert, in kompakter repräsentativer Form auf CD gepresst wurden, gehören wohl endgültig der Vergangenheit an. Musiken wie die zu Eagle Eye leiden darunter, dass diese editorische Arbeit nun auf den Hörer übergeht. Doch wer mag sich angesichts einer derartigen Mittelklasse-Action-Musik tatsächlich noch die Mühe machen, diese durch Kürzungen in ein optimales Licht zu rücken?

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