Don Quixote – Richard Hartley

Richard Hartley scheint sich immer mehr als Komponist epischer Sinfonik für aufwendige Fernsehproduktionen verdient zu machen. Nach der Hallmark-Produktion Alice in Wonderland von 1998, für die er mit dem Emmy ausgezeichnet wurde, schrieb er nun auch die Musik zu Don Quixote, einer weiteren Verfilmung des berühmten Romans von Miguel De Cervantes aus dem 17. Jahrhundert. Der sonst eher auf Kinofilme spezialisierte Peter Yates führte Regie, John Lithgow spielt Don Quixote und Bob Hoskins ist in der Rolle des Sancho Panza in. der aufwendigen TV-Produktion zu sehen.

Hartley entspricht der Abenteuergeschichte mit einer abwechslungsreichen großorchestralen Musik, in die er wunderschön Flamenco-Elemente eingearbeitet hat. Kastagnetten und Gitarre dominieren das bunte Klangbild und erinnern damit nicht zufällig an James Horners The Mask of Zorro. Die Partitur zeigt sich vielseitig und umfasst neben romantischen Gitarren- und Streicherthemen auch von Bläser und Schlagwerk dominierte dramatische Passagen wie etwa in „Giants/Tilting at Windmills“ oder „Two Great Armies/Battle of the Sheep“.

Ein kleine Schwäche ist der Mangel an wirklich einprägsamen Themen. Doch die Vielfalt an musikalischen Ideen und Klangfarben macht dies schnell vergessen. Denn auch wenn Don Quixote eher in den Bereich konventioneller Orchestermusik einzuordnen ist, zeigt sich Richard Hartley als versierter Komponist. Seine Musik ist in der klanglich wie technisch ausgezeichneten Einspielung der London Philharmonia auch über die lange Lauflänge ausgesprochen unterhaltsam. Der Soundtrack fügt sich nahtlos in die Reihe der schönen Filmmusiken für TV-Produktionen von Hallmark-Entertainment ein.

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