Dinosaur – James Newton Howard

Die Welt der Dinosaurier musikalisch auferstehen zu lassen, muss für jeden Komponisten eine besonders reizvolle Aufgabe sein. Schon James Horner und John Williams schufen zu dem Thema mit The Land before Time (1988) bzw. Jurassic Park (1993) überzeugende sinfonische Partituren. In diese Fußstapfen tritt nun James Newton Howard, wohl einer der derzeit vielseitigsten Hollywoodkomponisten. Nach seiner filigranen Musik für Snow falling on Cedars und der mysteriösen Suspense aus The Sixth Sense (1999), kehrt Howard nun zu den großorchestralen Klängen seiner Wyatt Earp– und Waterworld-Zeiten Mitte der 90er Jahre zurück. Hinzugekommen ist eine gute Portion afrikanischer Rhythmen und Gesänge, die den klanglichen Hintergrund der animierten Saurier bilden. Sicher mag man kritisieren, daß es diese Folklore vor ein paar Millionen Jahren offensichtlich noch nicht gab, allerdings waren Orchester damals noch ebenso unbekannt…

Wie auch immer man dem gewählten Ansatz gegenüber stehen mag, die Dinosaurier-Partitur ist farbenprächtig orchestriert und abwechslungsreich ausgearbeitet. Neben der bereits erwähnten afrikanischen Folklore, gibt es wunderschöne romantische Themen zu hören. Das bereits im Filmtrailer verwendete „Inner Sanctum/Nesting Grounds“ oder das melancholische „The Cave“ sind hier glanzvolle Paradebeispiele. Aber auch dramatische Action kommt nicht zu kurz. In den packenden Stücken „The End of the Island“ und „Raptors/Stand Together“ orientiert sich der Komponist weitgehend an Wyatt Earp und Waterworld. Aber auch Vergleichbares aus Goldsmith-Werken lässt sich heraushören. James Newton Howard zeigt einmal mehr einen souveränen Umgang mit dem Orchester und viel Gespür für schöne Melodik. Vor allem lebt die Musik aber von den fröhlichen afrikanischen Gesängen, die stark an Hans Zimmer im König der Löwen oder in The Power of One erinnern.

Als Bonus enthält die deutsche Version der Soundtrack-CD den etwas seichten Song „Can somebody tell me who I am“ der deutschen Band Orange Blue. Die üppige und epische Dinosaurier-Musik gehört sicher zu den eingängigsten uns klangschönsten des Jahres. Wirklich neu ist das Gebotene allerdings selbst für James Newton Howard nicht. Dafür aber äußerst unterhaltsam. Und das ist ja auch schon viel wert.

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