Damien Omen II – Jerry Goldsmith
(Deluxe Edition)

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Es ist schon erstaunlich, wie ambitioniert und erstklassig Jerry Goldsmith die Omen-Trilogie vertont hat. Gehört der erste Teil zu den Klassikern des Horrorgenres, fallen die Fortsetzungen jedoch deutlich ab. Das gilt aber audrücklich nicht für die Filmmusiken, die alle drei auf kompositorisch hohem Niveau sind. Damien – Omen II steht dabei der oscar-gekrönten Partitur zum Original sehr nahe und deutet noch in keiner Note auf den opernhaften Soundtrack zu The Final Conflict hin. Goldsmith greift erneut auf den berühmten „Ave Satani“-Choral als Basis seiner Komposition zurück.

Diese ist wie der Vorgänger eine düstere „satanische Messe“, wie sie ansonsten beispiellos in der Filmmusikgeschichte ist. Die schrillen Streicher-Crescendos, die furiosen Choräle und Sprechgesänge sind von geradezu furchteinflößender Intensität. Erweitert wird der Orchesterapparat um dezente elektronische Einschübe, die sich aber gut in die Komposition einpassen. In der Orchestrierung wirkt Damien insgesamt sogar noch eine Spur geschlossener und wirkungsvoller als das Original. Gelungen etwa der Einsatz der Orgel in „Falling Temple“. Auch das fast vollständige Fehlen (einzige Ausnahme: „Snowmobiles“) romantischer Passagen trägt zum stimmigen Eindruck des Soundtracks bei. Dieser ist wie schon die erste CD alles andere als einfache Kost und dürfte auf manchen Hörer zunächst ein wenig abschreckend wirken. Das ändert aber nichts am Rang und Wert dieser herausragenden Filmmusik.

In den 70er Jahren war es üblich, aufgrund der teuren amerikanischen Orchester, für die Soundtrackveröffentlichung eine kostengünstigere Neueinspielung in Europa vorzunehmen. Dieses Schicksal teilt Damien mit Patton und Der weiße Hai. Während der alte LP-Schnitt die in London mit dem National Philharmonic Orchestra aufgenommene Fassung enthielt, galten die Originalbänder lange Zeit als verschollen. Sie wurden erst im September 2001 wiedergefunden. Dadurch war es Varèse Sarabande möglich, auf der vorliegenden „Deluxe-Edition“ beide Versionen zu präsentieren. Dies erlaubt den interessanten Vergleich zwischen Original und Nachspielung. Beide sind allerdings dank der exzellent aufgelegten Orchester praktisch gleichrangig. Wie schon bei den anderen beiden Deluxe-Editionen der Omen-Trilogie ist das Booklet sehr ausführlich und ansprechend gestaltet. Varèse Sarabande hat wieder einmal die definitive Version einer Filmmusik veröffentlicht und dabei vorzügliche Arbeit geleistet.

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