Creepshow – John Harrison

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Nicht jede Filmmusik, die mehr als zwanzig Jahre auf dem Buckel hat, ist ein Klassiker – auch wenn manche von den Plattenfirmen marktschreierisch als solcher beworben wird. Dies trifft auch auf die Vertonung der Gruselgeschichten von Creepshow zu, die George A. Romero 1982 auf Basis eines Drehbuchs des Bestsellerautors Stephen King verfilmte. Für die Musik war der damals noch unbedarfte John Harrison zuständig, der später die Fernsehfassung von Dune (2000) inszenieren sollte.

Harrison schreibt im ausführlichen Booklet, Creepshow sei sein erster Versuch gewesen, Filmmusik zu schreiben. Entsprechend klingt der Score auch. Wenn man darüber hinwegsieht, dass die Synthies der frühen 80er Jahre heute altbacken klingen, bleibt trotzdem eine erschreckend billig-banale Untermalung, die in ihren schrill-piepsigen Klangeffekten nervtötend und in den ungelenken orchesterimitierenden Passagen von erschreckender Einfallslosigkeit geprägt ist.

Von einem „imaginativen Score“, wie das Label im Pressematerial schreibt, kann wahrlich keine Rede sein. Eher ist von einem Relikt des Jahres 1982 zu sprechen, welches besser Relikt geblieben wäre. Etwas anhörbarer, aber nicht minder schlichten Geistes und nicht weniger seicht sind die drei weiteren Musiken, die dem Hörer präsentiert werden: Suiten aus Tales from the Darkside (1984), die Ouvertüre aus Mansions of the Moon sowie zwei Songs aus Shoobie Doobie Moon. Außer hartnäckigen Fans des Filmes dürfte diese CD wohl niemanden so recht ansprechen. Da rettet auch das nette Booklet und die für das Alter exzellente Klangqualität nichts. Alles in allem eine überflüssige Veröffentlichung.

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