Children of Dune – Brian Tyler

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In einem an filmmusikalischen Höhepunkten bislang eher armem ersten Halbjahr 2003 war Brian Tylers Children of Dune eine der wenigen populären Veröffentlichungen. Dies ist keine große Überraschung, denn zum einen genießen die zugrundeliegenden Bücher von Frank Herbert eine breite Anhängerschaft. Zum anderen offenbart das Hören der rund siebzigminütigen Einspielung eine enge Nähe zu Hans Zimmers Gladiator (2000) – eine der meistverkauften und beliebtesten Filmmusiken der letzten Jahre. Dementsprechend erlebt der Hörer bei den Kindern von Dune ein umfangreiches Déjà Vù-Erlebnis. Passagen sind hörbar dem „Mars“ aus den Planeten von Gustav Holst nachempfunden, Orientalische Folklore gibt es hüben wie drüben. Selbst ein Gegenstück zu Lisa Gerrards „Now we are free“ findet sich in Form von „Inama Nushif“.

Während die Klangexotik recht stimmungsvoll wirkt, bleibt die sinfonische Gestaltung etwas blass. Tyler hatte in sechs Wochen 176 einzelne Stücke zu schreiben – eine monumentale Aufgabe, unter der aber die Feinarbeit – Orchestrierung und motivische Verarbeitung – leidet. Oftmals wirkt die Komposition etwas zu schlicht und grobschnittartig. So lebt die Musik von ihrem kraftvoll-heroischen Hauptthema und der perkussiven Folklore, für die Brian Tyler ein gutes Händchen hat. Die Albumkonzeption ist mit 77 Minuten allerdings eindeutig zu lang. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Children of Dune ist eine unterhaltsame Filmmusik mit einigen Qualitäten, die bereits viele Hörer gefunden hat und wohl auch weiter finden wird. In dieser Hinsicht ist sie den beiden parallel veröffentlichten Tyler-CDs zu Darkness Falls und The Hunted durchweg überlegen. Doch insgesamt mangelt es der Arbeit an Eigenständigkeit und Raffinesse. Fans vom Gladiator dürfen hier aber trotzdem ein Ohr riskieren.

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