Chariots of the Gods? – Peter Thomas

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In den Bereich besonderer filmmusikalischer Kuriositäten gehört die expandierte Wieder-Veröffentlichung der Vertonung von Peter Thomas zum pseudo-dokumentarischen Spielfilm Erinnerungen an die Zukunft von 1970. Die von Harald Reinl inszenierte Verfilmung basiert auf Erich von Dänikens gleichnamigen Bestseller, in denen der Autor die hanebüchene These aufstellt, antike Bauten wie die Pyramiden von Gizeh seien mit Hilfe von Außerirdischen entstanden. Chariots of the Gods? war der Verleihtitel des absurden Streifens in den Staaten. Dort wurde der Film – man kann aus heutiger Sicht wohl nur mit dem Kopf schütteln – tatsächlich für den Dokumentarfilm-Oscar nominiert (verlor aber am Ende gegen Woodstock).

Die Musik von Peter Thomas, der den meisten Lesern natürlich durch seine Arbeiten zur Raumpatrouille Orion ein Begriff sein dürfte, bietet ein wildes Gebräu aus fiependen elektronischen Klangeffekten, pseudoethnischem Kolorit, Easy Listening und Orchestralem. Dabei handelt es sich mehr um eine kollagenartige Aneinanderreihung von Stilen als eine kohärente Komposition. In ihrer Ästhetik bleibt diese trotz der experimentellen Elemente vollständig dem damaligen Zeitgeschmack verhaftet. Die so schräge wie abwechslungsreiche Musik entzieht sich damit jeglichen herkömmlichen Bewertungskriterien, da sie natürlich als eigentliche Komposition kaum ernst zu nehmen ist. Nicht zuletzt durch das eingängige Hauptthema dürfte Chariots of the Gods? aber so manchem Hörer als schräges Kult- und Nostalgieprodukt so einigen Hörspaß bereiten.

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