Celluloid Copland – Aaron Copland

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Im Jahr 2000 wurde der hundertste Geburtstag des 1990 verstorbenen Komponisten Aaron Copland gefeiert. Zu diesem Anlaß nahm Jonathan Sheffer mit dem EOS Orchestra drei seiner weniger bekannten Filmpartituren neu auf, die auf der vorliegenden Telarc-CD Celluloid Copland zusammen mit der Musik für ein Puppenstück präsentiert werden. Den meisten Klassikhörern dürfte Copland vor allem durch seine populären Orchesterwerke wie Fanfare for the Common Man oder Appalachian Spring bekannt sein. Doch neben dem Schaffen für den Konzertsaal, verdient auch seine Arbeit für das Kino Beachtung.

Die für den vorliegenden Sampler aufgenmommenen Suiten entstammen Filmen, die in Jahren zwischen 1939 und 1945 entstanden. Die erste komponierte Copland für die Dokumentation The City (1939) und sollte ihm die Türen in Hollywood öffnen. (In den Jahren darauf folgten so berühmte Werke wie Of Mice and Men (1939) oder Our Town (1940)). Etwa zur selben Zeit schrieb der Komponist auch die oben bereits erwähnte Musik zum Puppenstück From Sorcery to Science, welches die Geschichte der Pharmazie vom alten China bis heute thematisiert. Trotz asiatischer und afrikanischer Einflüsse bleibt die amerikanische Herkunft der Musik unverkennbar. Der „March of the Americans“ sorgt für ein wunderbar patriotisches Ende der knapp zwanzigminütigen Suite.

The Cummington Story (1945) ist eine weitere Dokumentation, die Copland vertont hat. Darin geht es um die Ansiedlung europäischer Flüchtlinge in einer kleinen Stadt in Massachusetts während des zweiten Weltkriegs. Die langsame, elegische Musik bildete die Basis für den ersten Satz des Klarinettenkonzertes, welches Copland später für Benny Goodman schrieb. Eine Suite aus der oscar-nominierten Partitur zum Kriegsdrama The North Star (1943) bildet den Abschluss der Kompilation. Das Drama handelt von dem brutalen Überfall auf ein kleines russisches Dorf durch die Nazis. Die Filmmusik ist hier weitgehend dezenter und verhaltener ausgefallen als normalerweise von Copland gewohnt. Packende Höhepunkte der feinen Komposition sind der kurze „Song of The Guerillas“ und der dramatische „North Star Battle“.

Coplands Partituren zeichnet ein dezenter Modernismus sowie bunte, farbenfrohe Orchestrierungen aus. In jeder Note wird die Freude an der Musik spürbar, die mit viel Pfiff ausgearbeitet ist. Die Einspielung des von Jonathan Sheffer dirigierten EOS Orchestras ist prächtig und setzt die Partituren überzeugend in Szene. Allein das Booklet hätte gerne ein wenig umfangreicher ausfallen dürfen. Ansonsten kann Celluloid Copland vorbehaltlos empfohlen werden.

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