Cast Away – The Zemeckis/Silvestri Collection – Alan Silvestri

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Die moderne Robinsonade Cast Away – Verschollen aus dem Jahr 2000 war bereits die zehnte Zusammenarbeit zwischen Erfolgsregisseur Robert Zemeckis und dem Komponisten Alan Silvestri. Da der Film fast vollständig ohne Musik auskommt (nur Vor- und Abspann und einige Szenen im letzten Drittel wurden von Silvestri vertont), reichten die etwa fünfzehn Minuten Originalkomposition für eine eigenständige Veröffentlichung nicht aus. Aus diesem Grunde hat sich Varèse Sarabande seinerzeit dazu entschlossen, unter dem Titel Cast Away ein musikalisches Resümée der Zusammenarbeit zwischen Zemeckis und Silvestri zu ziehen. Dieses blickt zurück auf so gemeinsame Film-Hits wie die Zurück in die Zukunft-Trilogie, Falsches Spiel mit Roger Rabbit, Forrest Gump oder Contact. Alle Filmmusiken liegen in ihren jeweiligen Originaleinspielungen vor.

Vom ersten gemeinsamen Film Romancing the Stone von 1984 bis zum vorerst letzten Cast Away läßt sich ein interessanter Reifeprozeß des Komponisten nachvollziehen. Am Anfang stand leichter Jazzpop (Romancing the Stone, Roger Rabbit) und die durchwachsene, aber unterhaltsame Orchesterarbeit bei den Back to the Future-Filmen. Gelungener ausgearbeitet sind da schon die schönen Partituren für den bislang größten Zemeckis-Erfolg Forrest Gump (1994) und den Science-Fiction-Film Contact (1997). Beide werden hier in vorzüglichen Suiten präsentiert, lohnen aber durchaus auch den Einzelkauf. Vom Bernard Herrmann ließ sich Silvestri beim Mystery-Thriller What lies beneath beeinflussen. Obwohl handwerklich ordentlich gearbeitet, erscheint die Musik etwa uninspiriert. Mit den sechseinhalb Minuten der End Credits ist sie hier ausreichend repräsentiert.

Die Komposition zu Cast Away, die wohl die meisten beim Kauf der Varèse-Einspielung reizen wird, ist freilich den um sie gemachten Rummel nicht wert. Sicher spielen Streicher und Holzbläser schön auf und das Klavierthema ist angenehm hörbar. Doch verflachen die hier vorgestellten „End Credits“ in der zweiten Hälfte mit aufgenommenen Meeresrauschen und sphärischen Orchestertönen merklich. So ist dieser Beitrag eher im durchschnittlichen Bereich anzusiedeln. Insgesamt ist die knapp einstündige Varèse-Kompilation eine zwiespältige Angelegenheit. Als Höralbum hat sie zwar durchaus ihren Unterhaltungswert,. Die meisten Sammler werden allerdings den Großteil der präsentierten Filmmusiken bereits besitzen. Alleine wegen Cast Away lohnt sich der CD-Erwerb hingegen nicht. Als Einstieg in die Filmkompositionen Alan Silvestris ist der Sampler aber immerhin eine runde Sache und damit eine Empfehlung wert.

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