Casomai – Pivio & Aldo de Scalzi

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Die Komponisten der italienischen Liebeskomödie Casomai, Pivio & Aldo de Scalzi, entstammen beide aus der italienischen Independent-Szene. Pivio wirkte in den 80er Jahren in einer New-Wave-Kombo mit, während Aldo de Scalzi einer Progressive-Rockband angehört hat. 1995 gründeten die beiden zusammen die Band „Trancental“. Unter diesem Namen veröffentlichten sie eine Reihe von Studioalben und seit 1996 auch verschiedene Filmmusiken. Die bekannteste darunter dürfte die zu Hamam – Das türkische Bad (1997) sein (in Deutschland von Tsunami veröffentlicht).

In Casomai mischen sie Ambient-Sounds und trance- bis technoartige Rhythmen mit mediterranen Klängen sowie Salsa-Einflüssen. Aufgelockert wird die Komposition von leichtfüßigen, entspannten Popsongs, die ebenfalls vom Duo Cavio & De Scalzi geschrieben wurden und sich gerade deshalb fließend in den Score eingliedern. Dazu kommen Perkussion-geprägte Stücke (z.B. „Sex Challenge“), die ein wenig an Thomas Newman (American Beauty, The Salton Sea) erinnern. Gelegentlich gibt es sogar Sinfonisches zu hören. Ein kleines Ensemble von zwanzig Spielern liefert hübsche melodische Akzente (z.B. in „Danza sul Ghiaccio Armonico“).

Die Soundtrack zu Casomai ist ein unterhaltsames Leichtgewicht. Der CD-Schnitt von CAM Records mag mit über sechzig Minuten zwar etwas zu lang sein, doch eintönig wird es nur selten. Pivio & Aldo de Scalzi zeigen in ihrer Arbeit einige Begabung im Umgang mit den verwendeten Stilmitteln. Ihnen ist eine adäquate Vertonung der Komödie von Alessandro D’Alatri gelungen. Und das ist wie so oft bei italienischen Filmmusiken zwar alles andere als ein kompositorischer Meilenstein, aber durchaus eine kleine Entdeckungsreise wert.

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