Breach – Mychael Danna

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Nach Atom Egoyans Where the Truth lies – Wahre Lügen hat Mychael Danna mit Breach in kurzer Zeit zum zweiten Mal einen Noir-Thriller vertont. Erwartungsgemäß bleibt auch die neue Vertonung des Kanadiers (eingespielt mit einer 40köpfigen Zusammensetzung der Hollywood Studio Symphony) ruhig und zurückhaltend, hat nur wenig mit dem Goldsmith-nahen Action-Scoring von Mark Isham bei The Black Dahlia gemeinsam. Düstere Streichermelodien, begleitet von Harfe, Klavier und Holzbläsern, dominieren. Dazu dezente elektronische Rhythmik und gelegentlich quirlige Keyboard-Effekte. Für verhaltene Romantik sorgt ein lyrisches Klavierthema (vorgestellt in Track 2), das Danna geschickt motivisch verarbeitet und immer wieder klangschön in Erscheinung treten lässt.

Auch wenn die Komposition mitunter zu zurückhaltend im Hintergrund steht und auf altbekannte Suspense-Klischees nicht verzichtet, überzeugt sie durch Mychael Dannas subtilen wie unprätentiösen Vertonungs-Ansatz, der billige Effekthascherei vermeidet. Eine solche Konzeption besitzt allerdings auch eine Kehrseite: Der wohldosierten musikalischen Dramatik stehen sowohl rein filmdienliche Passagen (wie z.B. im blassen „Gun Culture“) als auch einige eher kurzatmige Stücke gegenüber. In ihnen wird deutlich, wie sehr sich Danna den filmischen Erfordernissen untergeordnet hat. So ist Breach vor allem eine unscheinbare, in erster Linie funktionale Vertonung, die dank ansprechender thematischer Einfälle und einer gelungen Musikdramaturgie abseits der Bilder zumindest einen ordentlichen Eindruck hinterlässt. Die Intensität und atmosphärische Dichte von Where the Truth lies blitzt freilich nur gelegentlich auf.

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