Atlantis: The Lost Empire – James Newton Howard

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Die Zeichentrickfilme der Disney-Studios waren zu Beginn des Millenniums nicht gerade sonderlich erfolgreich. Produktionen wie Ein Königreich für ein Lama oder Hercules kann man zwar auch nicht als Kassengift bezeichnen. Doch die hochgesteckten Erwartungen konnten sie nicht erfüllen. Zu allem Überfluss musste sich Atlantis – The lost Empire 2001 an der Kinokasse einem gewissen grünen Oger und einem Zauberlehrling mit Nachnamen „Potter“ geschlagen geben. Harte Konkurrenz also für die erfolgsverwöhnten Mickey Mäuse.

Da hilft es auch nicht, dass Atlantis von James Newton Howard einen der schönsten Disney-Musiken seit langem verpasst bekam. In bewährter Manier bekommt der Hörer exzellent gearbeitete Sinfonik geboten. Howards eigene Vorbilder sind unverkennbar: Die unter Wasser spielenden Szenen klingen verdächtig nach Waterworld. In den Chorälen weht ein Hauch von Schnee, der auf Zedern fällt mit und die Actionpassagen ähnlich merklich denen aus Dinosaurier und Vertical Limit.

„The best of James Newton Howard“ sozusagen. Doch der gekonnte Umgang mit dem Orchester, die farbenprächtige Orchestrierung und eine Vielzahl schöner Themen machen Atlantis zu einem erneut rundum überzeugenden Soundtrack. Dieser ist immer dann am besten, wenn Howard die Faszination der sagenumwobenen Stadt Atlantis musikalisch umsetzen darf. Der Einsatz der Chöre und die ethnischen Vokalisen im letzten Drittel der Filmmusik können begeistern. Dagegen fallen die Actionpassagen und das heroische Heldenthema ein klein wenig ab, sind beileibe aber nicht schlecht geraten. Eine gute Prise komödiantischen Mickey Mousings erzeugt zusätzliche Abwechslung.

Atlantis – The lost Empire ist eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Abenteurmusiken James Newton Howards wie Waterworld und Dinosaurier. Ein unterhaltsamer, handwerklich vorzüglich gemachter Soundtrack, der zu Unrecht in Deutschland nur in kleiner Auflage erschienen ist. Das ärgerliche Song-Album Stars inspired by Atlantis, das nun wirklich überhaupt keinen Bezug zum Film hatte, war zum Filmstart anstelle der Originalmusik veröffentlicht worden. Hoffentlich nur ein einmaliger Ausrutscher.

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