Annapolis – Brian Tyler

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Wie schnell man vom vielversprechenden Newcomer zum Einheitsbrei-Komponistem absteigen kann, belegt eindrucksvoll die Karriere von Brian Tyler. Welche Hoffnungen setzte man noch vor wenigen Jahren in ihn, als er mit den Thriller-Musiken zu The Hunted (2003) und Timeline (2003) erste Achtungserfolge erzielte, und wo steht er heute? Von den Vorschusslorbeeren für das damals gefeierte Talent ist nur wenig übrig geblieben. Tylers letzte Kompositionen wie Constantin oder The Greatest Game ever Played erregten wenig Aufmerksamkeit. Seine neueste Arbeit entstand für den in der US-Marine spielenden Reißer Annapolis, offenbar eine maue Kreuzung aus Ein Offizier und ein Gentleman und Rocky.

Wenn man sich den gelackten Oberflächenglanz von Tylers Vertonung anhört, kann man für den Film nur Schlimmes erahnen. Vermutlich soll hier wieder einmal mit den Mitteln des Hollywood-Kinos in bester Top Gun-Tradition Nachwuchs für das US-Militär gewonnen werden. Der erschreckend uninspirierte Action-Score hat die Zielgruppe deshalb fest im Visier. Da triefen die hymnenartigen Streichermelodien, krachen die E-Gitarren zu Hardrock-Stücken und stampft das Schlagwerk in endlosen Ostinati. Dazu verbreiten an David Arnolds Bond-Musiken erinnernde Computer-Beats die nötige Coolness. Und weil das offenbar noch nicht reicht, thront über allem ein heroisches Heldenthema, das mit seinem gezwirbelten Pathos kaum verhohlen irgendwo zwischen Vangelis und altbekannter Media Ventures-Schule steht.

Vielleicht ließe sich die offenkundige Prograpanda-Funktion der Musik noch verzeihen, wenn die Machart nicht so standardisiert und austauschbar wäre. Doch was Tyler hier auftischt ist in seiner biederen Gefälligkeit auf geradezu unsympathische Art und Weise banal. Die Vorlage gab freilich wenig mehr her. Aber kann es Brian Tyler wirklich besser? Daran darf man mittlerweile mit einigem Recht zweifeln.

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