An Unfinished Life – Deborah Lurie

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Lasse Hallstroems erdiges Familiendrama Ein ungezähmtes Leben mit Robert Redford und Morgan Freeman in den Hauptrollen gehörte zu den weniger beachteten Filmen des vergangenen Kinojahres. Ähnliches gilt für die Vertonung von Deborah Lurie, die in letzter Sekunde die undankbare Aufgabe bekam, die kurz vor dem Filmstart abgelehnte Musik von Christopher Young zu ersetzen. Dennoch eine interessante Aufgabe für die Amerikanerin, die bislang hauptsächlich im Hintergrund der Filmmusik-Produktionen von John Ottman tätig war. Für ihn arrangierte sie zum Beispiel den Chor bei X2 (2003), orchestrierte die Slasher-Filme Urban Legends 2 (2000) sowie Halloween H20 (1998) und Ottmans Bubble Boy (2001) steuerte sie sogar zusätzliche Musik bei.

In der Kürze der Zeit hat Deborah Lurie für Ein ungezähmtes Leben eine ansprechende, warmherzige Vertonung geschaffen, der man den Zeitdruck der Entstehung nicht anmerkt. Die Musik steht ganz im Zeichen von Thomas Newmans Pferdeflüsterer, beschwört aber auch Erinnerungen an Christopher Youngs Shipping News (2001) (ebenfalls ein Hallstroem-Film) herauf. Sie verbindet bodenständige Country-Folklore (Fiedel, Gitarre) mit romantischen Streichermelodien und ruhigem Klavierspiel. Nicht zuletzt dank des schönen lyrischen Hauptthemas gelingt der Newcomerin eine einfühlsame, stimmungsvolle Vertonung. Ganz von ihren Vorbildern loslösen kann sie sich zwar nicht. Aber das war in diesem Fall wohl auch kaum gefordert. Ihre erste größere US-Produktion hat Deborah Lurie zumindest ordentlich gemeistert. Bleibt nur zu hoffen, dass der kommerzielle Misserfolg des Filmes sich nicht negativ auf ihre weitere Karriere auswirkt.

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