Aberdeen – Zbigniew Preisner

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Um den polnischen Komponisten Zbigniew Preisner ist es in den letzten Jahren ein wenig ruhig geworden. Doch im Jahr 2000 meldete er sich mit gleich zwei neuen Filmpartituren zurück: The Last September und Aberdeen. Letzterer Film erzählt von einer schwierigen Tochter-Vater Beziehung: Die junge Kaisa wird von ihrer sterbenden Mutter gebeten, sich auf die Suche nach ihrem Ex-Mann, einem in Oslo lebenden Alkoholiker, zu machen. Als sie ihn schließlich findet, stellt sie fest, daß sie ihn nicht so sehr haßt, wie sie dachte. Auf dem langen Weg zurück, lernt sie ihren Vater besser kennen und muß erkennen, daß die Dinge komplizierter sind, als sie ihr anfangs erschienen.

Das zurückhaltende psychologische Drama ist eine typische musikalische Aufgabe für Preisner, der diese mit einer lieblich entspannten Komposition meistert. In deren Zentrum steht ein wunderschönes Klavierthema („Aberdeen – Beginning of the Story“). Die Musik wird gespielt von einem kleinen Jazzensemble bestehend aus Klavier, Saxophon, Gitarre sowie Bass, und wird angereichert durch dezenten Einsatz von Keyboards und schönen Vokalisen der Sängerin Stina Nordenstam.

Die angenehme melancholische Atmosphäre der Musik, die von traurigen Saxophonsoli und Variationen des lyrischen Hauptthema geprägt ist, sorgt für ein erfrischend zurückhaltendes Hörerlebnis. Auch wenn das Hauptthema ein wenig überstrapaziert wird und viele musikalische Ideen nicht gerade neu im Werk von Preisner sind, ist Aberdeen eine gefällige Komposition, die man immer wieder gerne hört. Die Filmmusik-CD selbst ist Teil der“Preisner Edition“ von Silva Screen Records, zu der ferner die wiederveröffentlichte Dekalog– (SILKD 6029) und die The Last September-Musik (SILKD 6027) gehören.

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