1408 – Gabriel Yared

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Gabriel Yared ist filmmusikalisch vorwiegend für edle Dramenstoffe bekannt. Umso erfreulicher, dass der Libanese nun für den Psychothriller Zimmer 1408 verpflichtet wurde. In der Stephen King-Verfilmung geht es um ein unheimliches Hotelzimmer, in dem bereits zahllose Menschen ihr Leben ließen. Für Yared sicher eine hochinteressante Aufgabe. Und tatsächlich gibt er sich redlich Mühe, dem ausgelutschten Genre eine ambitionierte Vertonung zu verleihen. So sucht er mit einiger Ambition nach frischen Klangfarben, um den Bildern eine verstörende Wirkung zu geben. Er setzt dafür auf eine zwar genretypische, aber eigenwillige Mischung aus Orchestralem und Synthetischem. Die ruhigen Zwischentöne sind dabei am interessantesten, etwa wenn spröde Motive auf dem Cello erklingen oder elegische Streicherharmonien an frühere Yared-Musiken denken lassen.

Doch viel zu oft überschreitet die Musik die Grenze zum Sound Design: Dann erklingen klirrende, metallische Klänge, geräuschartige Samples sowie archaische Perkussion-Tableaus, deren Zweck allein darin besteht, den Bildern zu dienen. Ohne Zweifel gelingen Yared zum Teil effektvolle Klangwirkungen, die im Zusammenspiel mit den Bildern dem Zuschauer das Fürchten lehren mögen. Doch allein von CD gehört sind die eigentliche Komposition und das filmdienliche Sound Design so untrennbar miteinander verbunden, dass es der Musik über weite Strecken schwer fällt, ohne Bildbezug zu bestehen. Dazu kommen immer wieder Genreklischees wie das obligatorische Klavierspiel, die üblichen Dissonanzen und nicht minder abgedroschene Crescendi des Orchesters. Unterm Strich ist es dann doch wieder nur durchschnittliche Hollywood-Kost, die hier auf den Hörer zukommt. Und das ist angesichts der ungewöhnlichen Konstellation Komponist-Genre letztendlich eine Enttäuschung.

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